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Ratgeber · Lippenpflege

Beste Lippenpflege

Lippen haben keine Talgdrüsen und trocknen deshalb besonders schnell. Wir zeigen, welche Inhaltsstoffe wirklich pflegen, wie die ideale Routine aussieht und was bei spröden und rissigen Lippen hilft.

Lena Hartmann

Von Lena HartmannAktualisiert 04. Oktober 2026

Lippenpflege-Stift neben einem Tiegel mit Shea-Butter, Mandelöl und Mandeln

Das Wichtigste in Kürze

Lippenpflege heißt: Feuchtigkeit und Fett kombinieren. Ein schützender Balsam für den Tag und eine reichhaltige Kur für die Nacht reichen völlig – ohne Menthol und starke Duftstoffe, die austrocknen.

  • Feuchtigkeit und Fett kombinieren – beides braucht die Lippenhaut.
  • Menthol, Campher und starke Duftstoffe meiden, sie trocknen aus.
  • Morgens, abends und nach jedem Essen oder Trinken nachlegen.
  • Einmal pro Woche sanft peelen, danach direkt reichhaltig pflegen.
  • Im Sommer und im Schnee Sonnenenschutz für die Lippen verwenden.

Warum Lippen besondere Pflege brauchen

Die Lippen gehören zu den empfindlichsten Stellen des Gesichts: Die Haut hier ist nur etwa ein Fünftel so dick wie die restliche Gesichtshaut und besitzt keine Talgdrüsen. Das heißt, sie produziert keinerlei schützendes Fett von selbst. Wind, Kälte, trockene Heizungsluft und sogar das Ablecken mit der Zunge setzen der dünnen Haut deshalb schnell zu.

Zusätzlich fehlen auf den Lippen weitgehend Melanin und ein vollwertiges Hydrolipid-Film-System. UV-Strahlung trifft die Lippen daher ungefiltert, und Feuchtigkeit verdunstet schneller als auf jeder anderen Hautpartie. Ohne regelmäßige Pflege werden Lippen deshalb spröde, rau und rissig. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Routine und einem gut zusammengesetzten Produkt lassen sich Lippen in wenigen Tagen sichtbar widerherstellen.

Gerade weil die Lippen keine eigenen Fettreserven haben, ist ihre Pflege einfacher als viele denken: Es geht nicht darum, viel zu benutzen, sondern das Richtige. Ein kleiner Balsam reicht meist für Monate. Entscheidend ist, dass er die beiden Dinge liefert, die die Lippen nicht selbst erzeugen können: Feuchtigkeitsbindung und einen schützenden Fettfilm. Wer diese Logik versteht, erkennt auch, warum sich viele Produkte nur im ersten Moment gut anfühlen – und warum eine einfache, konsequente Routine langfristig mehr bringt als ständig neue Produkte auszuprobieren.

Woran du trockene und spröde Lippen erkennst

Trockene Lippen beginnen mit einem Spannungsgefühl, vor allem nach dem Aufwachen oder nach dem Zähneputzen. Im nächsten Stadium wird die Oberfläche rau, feine Schüppchen lösen sich, und Lippenstift setzt sich ungleichmäßig ab. Wer jetzt weitermacht wie bisher, bekommt schnell sichtbare Trockenrillen und schließlich schmerzhafte Risse, die auch beim Lachen oder Essen ziehen.

Ein wichtiger Unterschied: Spröde Lippen sind nicht immer nur eine Frage der Pflege. Auch Dehydration, Mundatmung, bestimmte Medikamente wie Retinoide oder ein Mangel an Eisen und B-Vitaminen können eine Rolle spielen. Wenn die Lippen trotz konsequenter Pflege über Wochen trocken bleiben oder Risse immer wieder an derselben Stelle aufreißen, lohnt sich ein Blick in den Spiegel der eigenen Gewohnheiten – und im Zweifel ein Gespräch mit einer Hautärztin oder einem Hautarzt.

Hilfreich ist eine kurze Selbstprüfung: Fühlen sich die Lippen nach einer Nacht ohne Pflege rau an, ist die Barriere bereits geschwächt. Schuppen sich die Lippen sichtbar oder ziehen feine Linien, braucht es mehr als nur gelegentliches Nachlegen. Und wer feststellt, dass die Lippen innerhalb weniger Stunden nach dem Auftragen wieder trocken sind, verwendet vermutlich ein Produkt, das nur befeuchtet, aber nicht versiegelt. Genau dieses Muster – schnelle Besserung, schnelles Wiederaufflackern – ist das deutlichste Zeichen, dass zur Feuchtigkeit das Fett fehlt.

Die besten Inhaltsstoffe in der Lippenpflege

Gute Lippenpflege steht und fällt mit der Rezeptur. Bewährt sind occlusive Fette, also Stoffe, die einen Schutzfilm auflegen und Wasser im Lippenbereich halten: Shea-Butter, Kakaobutter, Bienenwachs, Lanolin sowie Pflanzenöle wie Jojoba, Mandel, Argan oder Kokos. Shea-Butter pflegt dabei nicht nur, sie wirkt auch leicht entzündungshemmend und kann gereizte Lippen beruhigen.

Feuchtigkeitsspender wie Glycerin und Hyaluronsäure ziehen Wasser in die oberste Hautschicht – ideal in Kombination mit Fett, sonst verdunstet das Wasser wieder. Pflegende Wirkstoffe wie Panthenol, Vitamin E und pflanzliche Öle mit ungesättigten Fettsäuren unterstützen die Regeneration der Lippenbarriere. Eine wirklich gute Lippenpflege kombiniert immer beides: einen Feuchtigkeitsspender und einen fettenden Schutz.

Bei der Auswahl hilft ein einfacher Blick auf die Zutatenliste: Stehen Butter, Wachs und Öle weit vorne, ist die Basis solide. Glycerin in der Mitte der Liste ist ein gutes Zeichen für Feuchtigkeitsbindung. Panthenol und Vitamin E runden eine pflegende Rezeptur ab. Produkte mit sehr kurzer Liste – oft nur fünf bis acht Inhaltsstoffe – sind für empfindliche Lippen meist die beste Wahl, weil es weniger potenzielle Reizstoffe gibt. Teuer muss Lippenpflege dafür nicht sein: Auch günstige Stifte mit simpler Rezeptur pflegen oft besser als aufwendig beworbene Produkte mit langen Listen.

Diese Inhaltsstoffe solltest du meiden

Viele Lippenbalsams enthalten Stoffe, die sich sofort angenehm anfühlen, aber auf Dauer austrocknen. Menthol, Campher, Pfefferminz- und Eukalyptusöle erzeugen ein kühlendes Gefühl, reizen die dünne Lippenhaut aber und verstärken den Kreislauf aus Trockenheit und Nachlegen. Auch starke Duft- und Aromastoffe sowie synthetische Farbstoffe sind für empfindliche Lippen verzichtbar.

Vorsicht ist auch bei trocknendem Alkohol (Alcohol Denat.) in Flüssig-Pflegeprodukten und bei hoch dosiertem Salicylsäure-Anteil in Peelings angebracht. Ein weiterer Fallstrick: Das ständige Ablecken der Lippen. Der Speichel befeuchtet kurz, verdunstet dann aber und entzieht der Lippenhaut zusätzlich Fett. Wer ständig an den Lippen leckt, trocknet sie systematisch aus – egal wie gut der Balsam ist.

Ein Praxistipp: Teste neue Pflegeprodukte erst einmal nur am unteren Lippenrand. Reizt die Rezeptur, merkst du es dort, ohne dass die ganze Lippe betroffen ist. Wer empfindlich reagiert, sollte auch auf stark colorierte Balsams verzichten, weil Farbstoffe zusätzlich reizen können. Und Vorsicht bei beworbenen Pflegeeffekten wie kühlend oder plumping – hinter beiden stehen meist Reizstoffe, die die Lippen kurz anschwellen lassen, langfristig aber austrocknen. Für gesunde Lippen braucht es solche Effekte nicht; angenehm duften dürfen Pflegeprodukte trotzdem, solange die Düfte mild sind.

Lippenbalsam, Lippenöl oder Lippenmaske

Lippenbalsam ist der Allrounder: Wachs- und Fettbasen legen einen dauerhaften Schutzfilm an und eignen sich für tagsüber, unterwegs und bei Wind und Wetter. Konsistenz und Haltbarkeit variieren – reichhaltige Stifte mit viel Wachs halten stundenlang, cremige Varianten pflegen intensiver, müssen aber öfter aufgetragen werden.

Lippenöle sind leichter und dringen tiefer ein. Sie eignen sich gut als Tagespflege unter Make-up oder für alle, die einen schweren Film unangenehm finden. Lippenmasken wiederum sind Intensivkuren: Reichhaltige Substanzen wirken über Nacht und sind die richtige Wahl, wenn die Lippen bereits spröde sind. Wer es einfach halten will, fährt am besten mit zwei Produkten: einem schützenden Balsam für den Tag und einer reichhaltigen Maske für die Nacht.

Welche Form die richtige ist, hängt auch vom eigenen Gefühl ab. Manche empfinden einen dicken Wachsfilm als schützend, andere als störend. Entscheidend ist das Ergebnis: Nach mehrstündigem Tragen dürfen die Lippen nicht wieder rau sein. Ist das der Fall, ist das Produkt entweder zu leicht oder enthält reizende Stoffe. Ein weiterer Unterschied liegt im Aufwand: Stifte sind schnell aufgetragen und gut für unterwegs, Tiegel brauchen einen sauberen Finger, pflegen dafür aber oft reichhaltiger. Wer beides kombiniert – Tiegel zu Hause, Stift in der Tasche – hat praktisch für jede Situation die passende Pflege dabei.

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Die richtige Lippenpflege-Routine für den Tag

Morgens genügt eine dünne Schicht Lippenpflege, idealerweise nach dem Zähneputzen und vor dem ersten Kaffee. Wer unter die Dusche geht, bringt die Pflege vorher auf: Warmes Wasser und Dampf helfen, dass sich der Balsam gut verteilt und die Lippe die Wirkstoffe während des Duschens aufnimmt. Nach dem Duschen oder Gesichtswaschen immer nachlegen – Wasser und Reiniger entfernen auch den Schutzfilm.

Tagsüber zählt weniger die Häufigkeit als die Verlässlichkeit: Nach dem Essen, nach dem Trinken und sobald ein Spannungsgefühl aufkommt, erneut auftragen. Bei Lippenstift oder Glanz auftragen die meisten zuerst Pflege, tupfen überschüssiges ab und tragen dann das Make-up auf – so hält es gleichmäßiger und die Lippen trocknen nicht unter dem Produkt aus.

Ein bewährter Tagesablauf sieht so aus: Pflege direkt nach dem Aufstehen, erneut nach der Gesichtspflege, vor dem Verlassen der Wohnung und nach jeder Mahlzeit. Wer draußen arbeitet oder viel an der frischen Luft ist, braucht mehr Nachlegungen als jemand im beheizten Büro. Die Routine klingt aufwendig, dauert aber jeweils nur wenige Sekunden. Wer sein Produkt sowieso in der Tasche hat, gewöhnt sich das Nachlegen schneller an als jede aufwendige Zeremonie. Genau diese Kleinigkeit entscheidet am Ende über glatte oder spröde Lippen.

Lippenpflege in der Nacht

Nachts regeneriert sich die Haut am stärksten, auch die Lippen. Eine reichhaltige Nachtpflege – Lippenmaske oder ein dicker aufgetragener Balsam – kann über Stunden einziehen, ohne abgerieben oder weggeleckt zu werden. Besonders bei trockener Raumluft durch Heizung oder Klimaanlage wirkt eine Nachtkur Wunder: Die Lippen fühlen sich am Morgen weich an statt rau und spannen.

Wer nachts mit offenem Mund atmet oder schnarcht, verliert über die Mundatmung zusätzlich Feuchtigkeit. Eine dicker aufgetragene Nachtschicht wirkt hier wie ein Puffer. Ein Luftbefeuchter im Schlafzimmer senkt darüber hinaus die Austrocknung von Haut und Lippen insgesamt – ein einfacher Hebel, der oft mehr bringt als ein weiteres Pflegeprodukt.

Für die Nachtpflege gilt: lieber zu reichhaltig als zu wenig. Eine dünne Schicht ist schnell verbraucht oder auf dem Kissen gelandet. Wer eine dedizierte Lippenmaske verwendet, trägt sie großzügig auf – ein sichtbarer Film ist hier erwünscht. Auch reine Pflanzenbutter wie Shea funktioniert als Nachtkur hervorragend. Nach wenigen Nächten zeigt sich der Effekt: Die Lippen fühlen sich beim Aufwachen weich an, statt rau und spannen zu ziehen. Wer das zwei Wochen durchhält, hat spröde Lippen in der Regel dauerhaft im Griff.

Lippen im Winter schützen

Im Winter treffen mehrere Belastungen zusammen: Kälte und Wind draußen, trockene Heizungsluft drinnen, dazu scharfe Lippenränder durch Schal und Maske. Ohne Schutz barsten die Lippen dann oft innerhalb weniger Tage. Der wichtigste Grundsatz im Winter: rechtzeitig und großzügig auftragen, bevor die Lippen bereits rissig sind. Ein reichhaltiger Balsam mit Wachsen und Shea-Butter gehört in jede Jackentasche.

Wichtig ist auch das Nachlegen nach dem Skifahren, dem Winterlauf oder dem Spaziergang: Schnee reflektiert UV-Strahlung, viele vergessen, dass Lippen auch im Winter Sonnenbrand bekommen können. Produkte mit UV-Schutz (SPF) sind im Schnee und in der Sonne daher sinnvoll – im Alltag reicht im Winter meist eine gute Fettpflege ohne UV-Filter.

Ein untergeschätzter Winterfaktor ist die Heizungsluft in Bussen, Bahnen und Büros. Der Wechsel zwischen kalter Außenluft und trockener Innenluft belastet die Lippen besonders stark, weil sie ihre Feuchtigkeitsschicht ständig neu aufbauen müssen. Hier hilft ein zweites Produkt für den Schreibtisch oder die Innentasche: dieselbe Pflege, einfach griffbereit. Und wer im Winter viel Sport draußen macht, trägt die Pflege vorher auf und nimmt sie mit – Schweiß und Atmung durch den Mund trocknen die Lippen beim Laufen zusätzlich aus.

Lippen im Sommer: Sonne, Wasser und Klimaanlage

Im Sommer sind es nicht die Kälte, sondern die Sonne, Chlor- und Salzwasser und trockene Klimaanlagenluft, die die Lippen austrocknen lassen. UV-Strahlung beschädigt die schutzlose Lippenhaut nachhaltig und kann langfristig sogar das Risiko für Lippenkrebs erhöhen. Ein Lippenbalsam mit SPF 20 bis 30 gehört deshalb im Sommer in die gleiche Kategorie wie Sonnencreme fürs Gesicht: regelmäßig, auch bei bedecktem Himmel.

Nach dem Baden im Meer oder im Pool die Lippen mit Süßwasser abspülen und neu eincremen – Salzwasser und Chlor ziehen Feuchtigkeit aus der Haut. Auch im Sommer gilt: Viel trinken. Dehydrierte Lippen fühlen sich auch bei bester Pflege trocken an, weil der Feuchtigkeitsmangel von innen kommt.

Auch Getränke mit viel Zucker oder Säure können Lippen im Sommer zusätzlich beanspruchen, weil Rückstände die Haut reizen. Nach dem Eiskaffee, der Cola oder dem Smoothie lohnt sich ein kurzes Abwischen und eine frische Schicht Pflege. Und wer lange fliegt, sollte den Lippenbalsam ins Handgepäck legen: Die Luft im Flugzeug ist extrem trocken, kaum ein Ort entzieht der Haut schneller Feuchtigkeit. Einmal pro Stunde kurz nachlegen, und die Lippen kommen trotzdem frisch aus dem Urlaub zurück.

Lippenpeeling: sanft statt hart

Ein sanftes Peeling entfernt abgestorbene Hautschüppchen und macht raue Lippen wieder glatt – aber nur, wenn man es richtig macht. Das klassische Zuhause-Rezept ist eine Mischung aus feinem Zucker und etwas Honig oder Öl: Sanft mit dem Finger in kleinen Kreisen über die Lippen reiben, maximal 30 Sekunden, dann abspülen. Fertige Peelings mit milden Fruchtsäuren oder feinen Partikeln funktionieren genauso.

Wichtig: Peeling ist eine gelegentliche Maßnahme, keine Tagesroutine. Einmal pro Woche reicht völlig, bei rissigen oder entzündeten Lippen lässt man das Peeling ganz weg – es reißt offene Stellen auf und verschlimmert das Problem. Danach immer direkt eine reichhaltige Pflege auftragen, denn die Lippe nimmt die Wirkstoffe nach dem Peeling besonders gut auf.

Wer lieber ohne Peeling arbeitet, erreicht einen ähnlichen Effekt mit einem weichen Waschlappen: Nach dem Duschen kurz in sanften Kreisen über die Lippen reiben und anschließend Pflege auftragen. Diese Methode ist noch schonender als jedes Granulat und für empfindliche Haut meist die bessere erste Wahl. Wichtig bleibt auch hier: Danach sofort pflegen. Ein Peeling ohne anschließende Pflege bringt gar nichts, denn die freigelegte Hautschicht trocknet ohne Schutzfilm noch schneller aus als zuvor.

Lippenpflege unter und nach Lippenstift

Matt-Lippenstifte sind für trockene Lippen besonders anspruchsvoll: Sie binden Feuchtigkeit und legen sich in Trockenrillen ab. Wer Matte liebt, sollte die Lippen vorher gründlich pflegen und überschüssige Pflege mit einem Taschentuch abnehmen – so bleibt genug Schutz da, ohne dass der Stift abrutscht. Lipgloss und cremige Stifte sind dagegen verträglicher, enthalten aber manchmal aromatische Stoffe, die empfindliche Lippen reizen.

Nach dem Abschminken gehört die Pflege dazu: Ein ölbasierter Reiniger entfernt auch langhaltende Stifte, ohne zu reiben. Danach eine dicke Schicht Pflege auftragen, am besten über Nacht. Wer täglich Matte trägt, tut seinen Lippen etwas Gutes, wenn er an zwei bis drei Tagen pro Woche auf Make-up verzichtet und stattdessen nur pflegt.

Was hilft bei rissigen und schmerzenden Lippen

Bereits gerissene Lippen brauchen Ruhe, Feuchtigkeit und Zeit. Ab jetzt gilt: kein Peeling, keine stark duftenden Produkte, kein Ablecken. Stattdessen mehrmals täglich eine reichhaltige, unparfümierte Pflege auftragen – idealerweise mit Panthenol oder Shea-Butter, die gereizte Haut beruhigen. Tiefere Risse schließen sich innerhalb weniger Tage, wenn sie konstant mit Fett versorgt werden.

Hält eine entzündete Stelle länger als eine Woche, blutet sie immer wieder oder bildet sich eine Kruste, die nicht heilt, sollte eine Hautärztin oder ein Hautarzt darüber schauen. Manchmal steckt hinter hartnäckigen Lippenwinkeln auch eine Pilz- oder Bakterienbesiedelung, die mit Pflegestiften allein nicht wegzubekommen ist. Besser einmal professionell abklären, als monatelang mit offenen Mundwinkeln herumzulaufen.

Wie viel Pflege brauchen Lippen wirklich

Mehr Pflege ist nicht automatisch besser – entscheidend ist die richtige Kombination. Ein bewährter Rhythmus sieht so aus: morgens und abends eine gründliche Pflege, tagsüber nach jedem Essen oder Trinken nachlegen, einmal pro Woche eine Intensivkur oder ein sanftes Peeling. Wer ständig und zwanghaft Balsam nachlegt, trainiert sein Gefühl für Trockenheit sogar eher falsch an.

Ein gesunder Mittelweg: Auftragen, sobald die Lippen sich trocken anfühlen, aber nicht jede halbe Stunde vorbeugend. Lippen, die dauerhaft nur mit Pflege gut aussehen, brauchen eventuell keine mehr, sondern weniger Reizstoffe – dann lohnt sich ein Wechsel zu einem unparfümierten, simpel zusammengesetzten Produkt.

Auch die Umgebung spielt eine größere Rolle als gedacht. Wer lange am Bildschirm arbeitet und bewusst oder unbewusst öfter durch den Mund atmet, trocknet die Lippen schneller aus als jemand, der regelmäßig Pausen an der frischen Luft macht. Kleine Gewohnheitsänderungen – bewusst durch die Nase atmen, regelmäßige Pausen, ein Glas Wasser in Reichweite – wirken oft stärker als ein zusätzliches Produkt. Die beste Lippenpflege ist also immer eine Kombination aus dem richtigen Produkt und einer Umgebung, die die Lippen nicht dauerhaft austrocknet.

Häufige Fehler bei der Lippenpflege

Der häufigste Fehler ist das ständige Ablecken: Es befeuchtet kurz und trocknet danach umso stärker aus. Ebenso problematisch ist es, trockene Haut an den Lippen abzuziehen – dabei reißt man gesunde Haut mit ab und öffnet Risse. Auch zu aggressive Peelings, täglich und mit harten Partikeln, schaden der dünnen Lippenhaut mehr, als sie nützen.

Ein weiterer Fallstrick ist die falsche Produktauswahl: Stark duftende, aromatische Balsams mit Menthol fühlen sich frisch an, reizen aber. Und wer nur auf die Lippen achtet, vergisst den Rand: Die Übergangszone zur Gesichtshaut trocknet ebenfalls aus und sollte mitgepflegt werden. Zuletzt der unterschätzte Faktor Wasser: Lippenhydrierung kommt zu einem guten Teil von innen. Wer tagsüber kaum trinkt, bekommt auch mit dem besten Balsam nur begrenzt weiche Lippen.

Und noch ein Fehler, der sich oft einschleicht: Das Pflegeprodukt mit den Fingern aus dem Tiegel holen, ohne vorher die Hände zu waschen. Bakterien landen so direkt auf der verletzlichen Lippenhaut und können kleine Risse entzünden. Wer Tiegel verwendet, nutzt am besten einen kleinen Spatel oder wäscht vorher kurz die Hände. Stifte sind hier unkomplizierter, sollten aber niemals geteilt werden – auch das ist ein häufiger, aber leicht vermeidbarer Grund für gereizte Lippen.

Fazit: So bleiben deine Lippen dauerhaft geschmeidig

Gute Lippenpflege ist einfach, wenn man die Grundlagen kennt: Feuchtigkeit und Fett kombinieren, auf reizende Duft- und Kühlstoffe verzichten, konsequent nachlegen und die Lippen vor Sonne schützen. Zwei Produkte reichen den meisten völlig – ein schützender Balsam für den Tag und eine reichhaltige Kur für die Nacht.

Wer auf kurze Inhaltsstofflisten mit Shea-Butter, Pflanzenölen und Feuchtigkeitsbindern setzt, macht wenig falsch. Und wie bei jeder Hautpflege gilt: Regelmäßigkeit schlägt Intensität. Lippen, die täglich ein paar Sekunden Aufmerksamkeit bekommen, belohnen das mit glatter Oberfläche und einem gesunden Aussehen – das ganze Jahr über.

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Häufige Fragen: Beste Lippenpflege

Wie oft sollte man Lippenpflege auftragen?

Morgens und abends gründlich, tagsüber nach dem Essen, Trinken und sobald ein Spannungsgefühl aufkommt. Bei trockener Luft oder Wind gehören mehrere Nachlegungen dazu. Wichtiger als eine feste Zahl ist, dass die Lippen sich durchgehend geschmeidig anfühlen.

Kann man zu viel Lippenbalsam benutzen?

Mengentechnisch kaum, aber wer ständig vorbeugend nachlegt, ohne dass die Lippen trocken sind, gewöhnt sich an ein ständiges Pflegegefühl. Sinnvoll ist: auftragen, wenn die Lippen Spannen oder Rauheit zeigen.

Warum trocknen manche Lippenbalsams die Lippen aus?

Stoffe wie Menthol, Campher, Pfefferminzöl und trocknender Alkohol reizen die dünne Lippenhaut. Zusätzlich verleitet das angenehme Gefühl zum ständigen Nachlegen. Unparfümierte Pflege mit Shea-Butter, Wachsen und Pflanzenölen ist die sicherere Wahl.

Was hilft am schnellsten bei rissigen Lippen?

Kein Peeling, kein Ablecken, stattdessen mehrmals täglich eine reichhaltige, unparfümierte Pflege – idealerweise mit Panthenol oder Shea-Butter. Über Nacht eine dickere Schicht auftragen. Tiefere Risse schließen sich so meist in wenigen Tagen.

Sollte Lippenpflege Sonnenschutz enthalten?

Im Sommer, im Schnee und beim Wandern ja: Die Lippen haben fast keinen eigenen UV-Schutz. Ein Balsam mit SPF 20 bis 30 schützt vor Sonnenbrand und langfristigen Schäden. Für den Alltag im Winter reicht meist eine gute Fettpflege.

Kann man Lippen peelen, wenn sie rissig sind?

Nein. Bei rissigen oder entzündeten Lippen reißt ein Peeling offene Stellen weiter auf. Erst wenn die Lippen glatt, aber rau sind, hilft ein sanftes Peeling einmal pro Woche – danach immer direkt Pflege auftragen.

Was ist besser: Lippenbalsam oder Lippenöl?

Beides hat seine Aufgabe. Balsam mit Wachsen und Fetten schützt dauerhaft und eignet sich für tagsüber und bei Wind. Lippenöle ziehen leichter ein und passen gut unter Make-up. Ideal ist eine Kombination aus beiden.

Warum sind meine Lippen morgens immer trocken?

Nachts trocknet die Raumluft aus, vor allem bei Heizung oder Klimaanlage. Wer zudem mit offenem Mund atmet, verliert zusätzlich Feuchtigkeit. Eine reichhaltige Nachtpflege und ein Luftbefeuchter im Schlafzimmer beheben das meist rasch.

Welche Inhaltsstoffe sind gut für die Lippen?

Shea- und Kakaobutter, Bienenwachs, Lanolin sowie Pflanzenöle wie Jojoba, Mandel oder Argan legen Schutzfilme an und pflegen. Glycerin und Hyaluronsäure spenden Feuchtigkeit, Panthenol und Vitamin E beruhigen und unterstützen die Regeneration.

Wann sollte man mit rissigen Lippen zum Arzt gehen?

Wenn eine Stelle länger als eine Woche nicht heilt, immer wieder blutet oder eine Kruste bildet, die nicht abheilt. Auch hartnäckige entzündete Mundwinkel können pilzlich oder bakteriell bedingt sein und brauchen eine gezielte Behandlung.

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